Inhalt
Selbsthilfegruppe
für
Hereditäre- und intenstinale
Fruktose-Intoleranz
und
Laktose-Intoleranz
und
Histamin-Intoleranz
Die hereditäre Fruktoseintoleranz ist eine genetisch bedingte Störung des Fruktosestoffwechsels und ein angeborener Enzymdefekt, der allerdings selten vorkommt und fast immer inerhalb des 1. Lebensjahres festgestellt wird. Symptome: Schlechte Leberwerte, Abneigung gg. Süßes, häufiges Erbrechen, Wachstumsstörungen.
Die intestinale Fruktoseintoleranz wird auch Fruktosemalabsortion genannt. Hier wird das Enzym zu wenig produziert oder fehlt gänzlich. Dadurch wird die Fruktose im Dünndarm nur unzureichend resorbiert, wandert in den Dickdarm, wo Bakterien zu Gasen umgesetzt werden und typische Beschwerden verursachen. Dieser Enzymdefekt kann angeboren sein oder vorübergehend auftreten wie z.B. durch bestimmte Medikamente oder Sorbit, das den Transport von Fruktose erschwert. Symptome:z.B. Blähungen, Bauchschmerzen, Koliken Durchfall abwechselnd mit Verstopfung, plötzlicher Stuhldrang, Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Wenn sich nach längerer fruchtzuckerfreier Diät keine Besserung abzeichnet, könnte zusätzlich auch eine Laktose- bzw. Histamin-Intoleranz vorliegen.
Die Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker = Laktose. Diese kann angeboren (selten - Säugling darf keine Kuhmilch erhalten) oder erworben sein (meistens tritt sie im Erwachsenenalter auf, oft schleichend über Jahre). Milchzucker wird im Dünndarm durch das Enzym Laktase in Glucose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) gespalten. Bei einer Unverträglichkeit ist das Enzym in der Schleimhaut des Dünndarms in zu geringen Mengen oder gar nicht vorhanden. Er gelangt daher ungespalten in den Dickdarm und verursacht Beschwerden. Symptome: heftige Darmbeschwerden (z.B. Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen, Koliken, Übelkeit bis zum Erbrechen, akuter Durchfall).
Die Histaminintoleranz ist eine Pseudoallergie d.h. das Immunsystem ist nicht beteiligt (keine Bildung von Antikörper IgE). Histamin ist ein biogenes Amin, das sich außer in körpereigenen Zellen auch in fast allen Lebensmitteln in sehr unterschiedlicher Konzentration befindet. Der Körper benötigt zum Abbau das Enzym Diaminoxidase (DAO), das hier in nicht ausreichender Menge oder in einem Missverhältnis zum Histamin steht. Dadurch bleibt das Histamin länger im Blut und verursacht die unterschiedlichsten Beschwerden. Bei Verzehr von besonders histaminhaltiger Nahrung (z.B. Rotwein, Hartkäse) oder bei leicht verderblichen (z.B. versch. Meeresfrüchte, Fische) oder lange gereiften oder gelagerten (z.B. Sauerkraut, Wild) sowie speziell behandelten Nahrungsmitteln zu pseudoallergischen Reaktionen des Körpers kommen. Symptome: Die auftretenden Beschwerden können äußerst vielfältig sein und reichen u.a. von starken Beeinträchtigungen des Magem-Darmtrakts über Kopfschmerzen (Migräne), Schwindel, Herzrythmusstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Hautausschlägen (z.B. Urtikaria) u.v.m. Eine strenge Diät über längere Zeit, verbunden mit der Einnahme eines Antihistamins (ärztl. Verschreibung), lindert die Beschwerden anhaltend.
Eine Selbsthilfegruppe tauscht zu diesem Thema bei einem monatlichen Treffen im Diakonissenkrankenhaus ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet aus. Dazu gibt es Unterlagen mit entsprechenden Listen über empfohlene bzw. zu vermeidende Nahrungsmitteln, Buchempfehlungen (vergünstigter Einkauf), Nachweis von bestimmten Bio-Waren, Vorträge, Kochkurse, Ärzteempfehlungen und trotz aller Widerstände ein harmonisches Beisammensein in geselliger Runde mit immer neuen Erkenntnissen und Anregungen und dem Ziel, durch eine entsprechende Zusammenarbeit mit Krankenhäusern, diese selbsthilfefreundlich werden zu lassen, um künftig Betroffenen einen langen Leidensweg bis zur Diagnose zu ersparen.
Kontakt: Paula Koppensteiner, Tel: 0664/22 52 809, E-mail: paula.koppensteiner @a1.net
Druckansicht