Inhalt

 DYSTONIESelbsthilfegruppe

Dystonie (gestörte Muskelspannung) bezeichnet eine zentralnervöse Fehlfunktion bei der Kontrolle von Bewegungen. Unwillkürliche Verspannungen der Muskeln können zu krampfartigen Bewegungen, Zuckungen oder abnormen Haltungen führen, die an einzelnen Körperteilen oder generalisiert auftreten können. Verschiedenste Diagnosen fallen unter das Krankheitsbild Dystonie: Blepharospasmus (unwillkürliches Schliessen der Augenlieder), Torticollis spasmodicus (Schiefhals), Oromandibular-Dystonie (betrifft Kiefer, Zunge, Mund), Spasmodische Dysphonie (Sprechmuskeln), Schreibkrampf (Dystonie bei Schreibkräften, Musikern, Golfern u.a.), Meige Syndrom, usw.

Kontakt

  • DGKS Gabriele Huber, Augasse 9, 5081 Niederalm Tel. 0 62 46/725 44
  • Sabine Emeder, Tel.: 0650/4709644
  • Selbsthilfe Salzburg, Tel. 06 62/88 89-1800

Gruppentreffen

Diakonie-Zentrum Salzburg

Links:  Österreichische Dystoniegesellschaft (ÖDG)   www.dystonie.at

 

NEU!!!    Infotag im Krankenhaus Schwarzach

                              am 20. April 2012        15-18 Uhr

(im Luise-Saal hinter der Kirche)

 

  Gruppentreffen 2012

  3. Februar 2012          

27. April   2012

    Ende Juni/Anfang Juli 2012     AUSFLUG    

21. September 2012

23. November 2012

 jeweils 15.30 bis 17.30 Uhr im Besprechungsraum

Diakoniezentrum Salzburg

Guggenbichlerstr. 20   5020 Salzburg

 

 

Erfahrungsberichte aus der Selbsthilfegruppe:

 

 

Theresia G. berichtet:

Blepharospasmus – das Leben verändert sich. Seit mindestens 6 Jahren plagt mich ein Spasmus in und um die Augen. Anfangs nur leicht. Nach der zweiten Botoxspritze wurde es rapide schlimmer. Wie, wann und wo ich gespritzt wurde war egal. Die Wirkung war sehr gering und ging in lästigen Nebenwirkungen (Lähmungen) über.Seit ca. zwei Jahren kann ich gar nichts sehen, wenn ich nicht mit Gewalt meine Augenlider aufreiße. Das ist wiederum sehr schmerzhaft, verstärkt die Augentrockenheit und das Brennen im Auge enorm.Die Lebensqualität ist dadurch sehr stark eingeschränkt. Ausgehen kann ich nur in Begleitung. Für die anfallende Hausarbeit brauche ich Hilfe. Lesen und Fernsehen schaffe ich nur ganz kurze Zeit. Ich bin schon auf Hörbücher übergegangen.All die Krankheiten, Operationen und Verletzungen aus meiner Vergangenheit konnten mein positives Denken nicht erschüttern. Immer gab es Hilfe und Besserung. Aber jetzt ist alles aussichtslos. Jeder Versuch verläuft im nichts.Dass ich nicht mehr so für meine Familie und Mitmenschen das sein kann wie ich es gewohnt war, könnte ich ja mit der Zeit lernen, aber mir selbst nicht helfen zu können, damit weiß ich nicht umzugehen.Bei allem abhängig zu sein belastet mich stark.Immer ist es dunkel um mich herum. Mein Denkvermögen und meine Sprache leiden auch schon sehr darunter.Gott sei Dank habe ich einen Mann der mir zur Seite steht. Darüber kann ich noch froh sein.Auch über die Treffen mit der Selbsthilfegruppe freue ich mich. Dort lerne ich vielleicht von den anderen Betroffenen die Krankheit anzunehmen und besser damit zu recht zu kommen. Was zurzeit das einzige Ziel für mich zu sein scheint. Im Sinne unserer Devise „Du bist nicht allein“

Herzlich gegrüßt

Theresia G.

 

Ihre Tochter über die Krankheit ihrer Mutter:

 

Verstehen/Akzeptieren/Stützen Bericht einer Angehörigen einer Dystoniepatientin. Vor ca. 6 Jahren begann die Krankheit meiner Mutter. Die Diagnose sollten wir erst später erfahren.Nach meiner Erinnerung begannen die krampfartigen Muskelzuckungen im Augenbereich meiner Mutter nachdem sie stark abgenommen hatte.Als Pflegefachkraft waren die ersten Gedanken sofort – Mangelernährung (dummes Abnehmen).Ich reagierte auf das Leid meiner Mutter (die selber Krankenschwester ist) indem ich ihr Vorträge vom Elekrolythaushalt hielt und ihr zuerst Magnesiumpulver (gegen Muskelkrämpfe), dann Vit. B und Protein… empfahl.Nach der Diagnosestellung war ich aber mit meinem Latein am Ende.Trotzdem ich in der Psychiatrie arbeite und Erfahrung besitze mit Krankheiten die schwer behandelbar oder nicht heilbar sind, wollte ich aber als Angehöriger nicht akzeptieren, dass meine Mutter an so einer Erkrankung leidet.Zum Beispiel gab ich ihr eine, durch meine Arbeit eruierte Adresse einer Spezialklinik für Dystonie, in der man die verschiedenen Ursachen der Erkrankung erforschte. Ich verstand schwer, dass meine Mutter, die schon zu einigen Fachärzten geschickt, befragt und getestet worden war, dieses Angebot nicht annahm.Dass die Ursachenerforschung keine Heilung versprach und sie sich schon als Versuchskaninchen fühlte, verstand ich nicht. Auch lag die Klinik in einem anderen Land und die Behandlung hätte teuer werden können.Eine Zeitlang trat meinerseits ein gewisses Vermeidungsverhalten in den Vordergrund. Die Krankheit verschweigen, nicht wahrnehmen und nicht darüber sprechen war aber auch nicht die richtige Verhaltensweise.Meine Mutter benötigte auch das Gespräch über ihre Krankheit um diese besser zu ertragen. Hier half die Selbsthilfegruppe denke ich sehr. Einfach um mit Menschen zu sprechen, die ähnliche Erfahrungen wie sie machen.Es war nicht einfach zuzusehen, wie sie sichtlich Schmerzen litt, die Gesichtszüge sich verkrampfen und zu sehen wie sie zunehmend nicht mehr in der Lage war sich alleine im Freien zurechtzufinden.Das regelmäßig gespritzte Botox® wirkt bei meiner Mutter nur zögerlich und wenn lähmt es die Augenlider so, dass sie erst recht nichts sehen kann.Wie man Sehbehinderte führt bzw. begleitet habe ich in meiner Ausbildung gelernt – aber wie man sehende „Blinde“ führt – besonders Angehörige wusste ich nicht. Es gibt Augenblicke, in denen meine Mutter froh ist wenn ich ihr den Arm anbiete, aber es gibt auch Situationen, die sie selber meistern möchte.Die richtige Dosis an Hilfsangeboten zu finden ist zeitweise schwierig. Ich war erst vor kurzem in der Lage mit ihr über dieses Gefühl zu sprechen.Jetzt weiß ich, sie äußert sich wenn sie Hilfe möchte. Heute gehe ich neben ihr und wenn sie will hängt sie sich ein.Auch Äußerungen wie zum Beispiel „Vorsicht Stufe“ sind wohl zu dosieren, denn auf keinen Fall möchte ich meine Mutter bevormunden.In meiner Arbeit auf der Gerontopsychiatrie bin ich es gewohnt mit Menschen zu arbeiten, deren Gesichtszüge verändert sind (z.B. Spätdyskinesien durch Neuroleptikereinnahme): Dies ist für mich Normalität geworden.Es war aber nicht einfach dies bei meiner Mutter anzunehmen. Heute beobachte ich sie und spreche Auffälligkeiten an. Jetzt bin ich fähig offen über die Erkrankung zu sprechen und ich freue mich über die seltenen Augenblicke in denen sie ihre schönen blauen Augen öffnen kann.  

 

Theresia K. berichtet:

Bis zu meinen 40. Lebensjahr war ich eine gesunde Frau. Ich war in einer Schuhfabrik Stepperin. Das änderte sich an einem Tag. Ich saß bei der Nähmaschine und konnte meinen Kopf nicht mehr gerade halten. Es wurde immer schlimmer. Mein Kopf drehte sich immer mehr zur linken Seite. Ich mußte mir beim Essen und Gehen immer den Kopf halten. Im Stehen mußte ich mir eine Wand suchen, an die ich mich anlehnen konnte. Ich hatte verschiedenste Therapien und Krankenhausaufenthalte, aber über acht Jahre konnte meine Krankheit nicht diagnostiziert werden. Ich war so verzweifelt, bis ich dann einen Bericht von Frau Christa Hafenscher von der Österreichischen Dystoniegesellschaft gelesen hatte. Darin wurde über meine Krankheit gesprochen. Nun erhalte ich seit 1992 regelmäßig Botulinum-Toxin-Therapie und ich habe gelernt mit der Krankheit zu leben.   

 


 

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